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Medienzeit ohne Streit: Regeln für Grundschulkinder

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für Kinder von 6 bis unter 9 Jahren empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit höchstens 45 Minuten Medienzeit am Tag, von 9 bis unter 12 Jahren höchstens 60 Minuten. Gestritten wird trotzdem, weil jemand die Regel jeden Tag durchsetzen muss. Hier steht, welche Regeln helfen und wie dir die Technik das Durchsetzen abnimmt.

Wie viel Medienzeit empfohlen wird

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) nennt in seiner Elterninfo „Medien und Digitales“ von 2026 diese Höchstwerte:

AlterMedienzeit pro Tag
6 bis unter 9 Jahrehöchstens 45 Minuten
9 bis unter 12 Jahrehöchstens 60 Minuten

Dazu zählen Fernsehen, Streaming, Konsole, Computer, Tablet und Handy, auch unterwegs und bei Freunden. Was für die Schule genutzt wird, zählt nicht mit. Andere Ratgeber nennen für Grundschulkinder bis zu eine Stunde am Tag.

Warum es trotzdem Streit gibt

Die Zahl ist selten das Problem. Schwierig ist das Durchsetzen: Wer das Tablet wegnimmt, ist der oder die Böse, und jede Ausnahme wird zur nächsten Verhandlung. Je öfter die Regel neu ausgehandelt wird, desto öfter wird gestritten.

Regeln, die helfen

  • Feste Zeiten statt täglicher Verhandlung. Das BIÖG schreibt: „Fest vereinbarte Medienzeiten geben dem Tag Struktur und verhindern, dass es jeden Tag Diskussionen gibt.“
  • Gemeinsam aufschreiben. Ein Mediennutzungsvertrag hält fest, was gilt: wie viel, wann, welche Apps und was bei Ausnahmen passiert. Vorlagen gibt es auf mediennutzungsvertrag.de.
  • Zeiten ohne Bildschirm. Morgens vor der Schule, beim Essen und eine Stunde vor dem Schlafengehen bleiben die Geräte aus, so empfiehlt es das BIÖG.
  • Erst die Pflicht, dann das Spiel. Viele Familien knüpfen die Medienzeit an erledigte Hausaufgaben. Wichtig ist, dass die Bedingung jeden Tag dieselbe ist.
  • Mit älteren Kindern pro Woche rechnen. Das BIÖG schlägt vor, mit älteren Kindern Stunden für die ganze Woche zu vereinbaren, auch als „Gutscheine“, die das Kind selbst einlöst.

Die Technik hält die Regel ein

Der Elternbereich mit den gesperrten Apps und den Regeln: Aufgaben pro Freischaltung, Freischaltzeit, Freischaltungen pro Tag
Im Elternbereich: Aufgaben pro Freischaltung, Freischaltzeit und Freischaltungen pro Tag.

Apples Bildschirmzeit kann Apps zu festen Zeiten sperren (Auszeit) und ihre Nutzung begrenzen (App-Limits). Solve To Play nutzt die Bildschirmzeit, um die Apps zu sperren, die du auswählst, und gibt sie frei, wenn dein Kind eine Runde Rechenaufgaben gelöst hat:

  • Freischaltzeit mal Freischaltungen pro Tag ergibt die Medienzeit. 3 Freischaltungen mit je 15 Minuten sind 45 Minuten am Tag.
  • Das Ausschalten übernimmt iOS. Nach der Freischaltzeit sperren sich die Apps von selbst.
  • Erst rechnen, dann spielen. Die Aufgaben passen zur Klasse deines Kindes, von der Vorschule bis zur 4. Klasse. Es gibt keinen Timer.
  • Die Regel bleibt bei dir. Die Einstellungen sind mit deiner Eltern-PIN geschützt. Für einen besonderen Tag gibst du eine Bonus-Freischaltung, die nicht zum Tageslimit zählt.

Häufige Fragen

Zählen Hausaufgaben am Tablet zur Medienzeit?

Nach der Empfehlung des BIÖG nicht: Was für die Schule genutzt wird, zählt nicht mit. In Solve To Play bleiben Apps offen, die du nicht zum Sperren auswählst, etwa die Lern-App der Schule.

Was ist ein Mediennutzungsvertrag?

Eine Vereinbarung über die Medienregeln, die Eltern und Kind gemeinsam aufschreiben. Auf mediennutzungsvertrag.de von klicksafe und Internet-ABC gibt es kostenlose Vorlagen für 6- bis 12-Jährige.

Wie stelle ich 45 Minuten am Tag in Solve To Play ein?

Über Freischaltzeit und Freischaltungen pro Tag: zum Beispiel 3 Freischaltungen mit je 15 Minuten oder eine Freischaltung mit 45 Minuten. Eine Bonus-Freischaltung von dir zählt nicht mit.

Ist Medienzeit als Belohnung nicht eine schlechte Idee?

Durch Aufgaben gibt es nie mehr Zeit als das Limit, das du festlegst. Die Aufgaben entscheiden nur, wann die Spielzeit beginnt. Mehr dazu im Ratgeber Ist Medienzeit als Belohnung eine schlechte Idee?.

Quellen

Weitere Ratgeber